Heute Abend, Acrisure Stadium in Pittsburgh, Runde 1. Eagles on the clock bei Pick 23. Und bevor du mich fragst: Nein, ich mache keinen Mock Draft über alle 32 Teams. Die anderen Franchises interessieren mich ungefähr so viel wie der Salary Cap der Jaguars. Null. Hier geht es nur um die Birds.
Also: Wenn ich heute Abend an Howies Stelle säße, mit dem Headset auf und dem Draft-Board an der Wand, wie würde meine Liste für den 23. Pick aussehen? Fünf Optionen, sortiert von der Notlösung zu meinem Wunschszenario. Unten steht der Traum, oben steht das „na gut, wenn es sein muss".
Und keine Sorge, morgen und übermorgen kommt das Gleiche für Tag 2 und Tag 3. Aber heute zählt Runde 1.
Meine vier Prinzipien
Bevor ich eine Karte ziehe, steht das hier auf meinem Zettel:
No Reach. Wenn Fran Duffy einen Spieler bei Rang 35 hat, ziehe ich ihn nicht bei 23. Punkt.
Best Player Available. Need ist ein Tiebreaker, kein Argument. Wenn der beste verfügbare Spieler auf meinem Board ein Safety ist und ich nicht gerade zwei Hall-of-Famer auf der Position habe, wird der Safety gepickt.
Do not borrow from the future. 2027 wird ein starker Jahrgang, vielleicht historisch stark. Ich gebe keinen 2027er Erstrundenpick für einen 2026er Spieler. 2026 ist jetzt. 2027 ist Zukunft. Die Zukunft fasse ich heute nicht an.
Blue-Chip-Ziel ab Year 3. Jeder Pick in Runde 1 muss ab Jahr drei Pro-Bowl-Kaliber liefern. Kein Rotation-Player, kein solider Starter. Ich will den Schwung nach oben.
Mit diesen Prinzipien im Kopf jetzt der Countdown.
Platz 5: Kenyon Sadiq (TE, Oregon)
Die Notlösung. Wenn das Board zusammenbricht, die Top-EDGEs lange weg sind und die Tackles auch, dann bleibt Sadiq. Und Sadiq ist auf dem Papier ein Monster.
4,39 im 40-Yard-Dash (von Fran Duffy · Big Board). Der schnellste Tight End beim Combine seit 2003. 43,5 Zoll Vertical, 132 Zoll Broad Jump, RAS-Score 9,43. Frans Comp: Ramped Up Isaiah Likely, sprich Brock-Bowers-Archetypus.
Klingt nach Jackpot. Ist aber der unbefriedigendste Pick auf meiner Liste. Warum? Production matters. Sadiq war drei Jahre in Eugene und hat zwei davon als Backup verbracht. Ein Jahr als Starter, 51 Receptions, 560 Yards, 8 Touchdowns (von Fran Duffy · Big Board). Das sind keine schlechten Zahlen, aber wenn du so athletisch bist, müsstest du bei Oregon eigentlich jedes Wochenende Headlines schreiben. Hat er nicht.
Der einzige Stat, der mich wirklich interessiert: 9,6 YAC pro Reception in seiner gesamten College-Karriere. Fünftbester TE-Wert der letzten Dekade. Heißt: Wenn er den Ball in die Hände bekommt, passieren Dinge. Nur bekam er ihn eben nicht oft genug in die Hände.
Stick and pick, keine Uptrade-Diskussion, kein Deal. Wenn alles andere weg ist und Sadiq noch da sitzt, dann nimm ihn und hoffe, dass aus der Athletik ab Year 2 ein Matchup-Nightmare wird. Aber in meinem Fünf-Szenario ist das der Pick, bei dem ich am längsten am Kopf kratze.
Platz 4: Monroe Freeling (OT, Georgia)
Hier ist der Pick, bei dem ich Bo Wulf erst einmal recht gebe. Im PHLY Mock Draft Podcast diese Woche hat Wulf gesagt, Freeling sei nicht der richtige Spieler für die Eagles (von Bo Wulf · PHLY Podcast). Seine Begründung: Sohn eines Arztes und einer Yogalehrerin, zu behütet aufgewachsen. Die Eagles-Line braucht aber Dawgs, keine Kinder aus dem Reihenhaus.
Man kann das überzogen finden, aber es hat einen Kern. Philly-OL ist eine Kultur, keine Position. Jason Kelce, Lane Johnson, Jordan Mailata. Die Typen haben alle etwas, das sich nicht auf dem Combine messen lässt.
Dazu kommt die Erfahrungsfrage. Freeling hat in früheren Jahren bei Georgia nur rund 300 Snaps als Right Tackle gesammelt, dann 2025 als Left Tackle übernommen. 12 Starts, 891 Snaps, davon 881 auf der Blindside, 3 Sacks Allowed, 2 Penalties (von Fran Duffy · Big Board). Eine Saison als Vollzeit-Starter. Das ist dünn für einen Pick, der in Runde 1 direkt ein Blue-Chip-Projekt sein soll.
Was für ihn spricht: RAS-Score 9,99. Neunkommaneunundneunzig. Das ist nicht durchschnittlich. Das ist fast perfekt. 6'7, 315 Pfund, 34 6/8 Arm, und er bewegt das alles mit 4,93 im 40. Frans Comp: Brian O'Neill (von Fran Duffy · Big Board). O'Neill hat in Minnesota genau den Weg genommen, den Freeling nehmen könnte. Drei Jahre Entwicklung unter einem guten OL-Coach, dann Pro Bowl.
Kirby Smart hat nach einer Knöchelverletzung in 2025 über ihn gesagt: „Guts, toughness, grit" (von Fran Duffy · Big Board). Kirby Smart ist kein Mann, der Komplimente verschenkt.
Trotzdem. Mit Stoutland weg und einem Team, das gerade einen neuen OL-Coach einführt, wäre Freeling ein Risiko. Ein Rohdiamant, der entwickelt werden muss, aber ohne den Schleifer im Gebäude, den wir zehn Jahre lang hatten. Zu hohes Risiko-Profil für Pick 23, wenn es bessere Optionen gibt. Würde ich nehmen, wenn nichts Besseres da ist. Aber nicht freiwillig.
Platz 3: Kadyn Proctor (OT, Alabama)
Jetzt wird es ernst. Proctor ist der Spieler, bei dem ich bei Fran hängen bleibe. Auf seinem Position-Board Platz 2 unter allen Tackles und Guards, insgesamt Rang 11 overall (von Fran Duffy · Big Board). Sein Comp: Leonard Davis. Wer sich erinnert: Drei Pro Bowls, 365 Pfund Schrank, ein Mann, der 1-on-1 gegen D-Tackles im Schlaf gewonnen hat.
6'6, 352 Pfund. Das ist der Typ Eagles-Spieler. Ein Mensch, der andere Menschen auf dem Rasen unangenehm macht. In Tuscaloosa ausgebildet, also aus einem Programm, das seit 15 Jahren Tackles für die NFL produziert. Wenn wir noch die Stoutland University hätten, wäre Proctor mein absoluter Wunschkandidat. Kein Zweifel, kein Nachdenken. Pick und Bumfight auf dem Fußweg vor dem NovaCare.
Wir haben Stoutland nicht mehr. Aber auch ohne ihn ist Proctor nah genug an „Plug and Play", dass ich ihn nehmen würde. Er ist ein Guard-Körper in einem Tackle-Frame, mit genug Fußarbeit, um Starting-RT zu werden und mittelfristig auf Right Guard zu rutschen, falls nötig.
Das Problem: Bei Pick 23 wird Proctor wahrscheinlich weg sein. Er ist Top-15-Talent. Wenn ich ihn haben will, muss ich hoch. Und hier wird es interessant.
Ein Uptrade wäre drin. Nicht billig, aber machbar. Pick 23 plus Pick 54, vielleicht plus Pick 68, je nachdem, wie weit ich nach oben will. Das ist 2026er Ammunition, nicht 2027er. 2026 ist jetzt. Das darf ich geben. Was ich nicht gebe: einen 2027er Erstrundenpick. Niemals. Selbst nicht für Proctor.
Frage im War Room: Reicht das? Wenn der Uptrade Partner einen Zweitrundenpick und den 54er sehen will, unterschreibe ich. Wenn er meinen 2027er First dazu will, lege ich auf. Das ist das Limit.
Platz 3, weil er fantastisch ist, aber weil der Preis hoch und die Ammunition außerhalb des 23ers überschaubar ist.
Platz 2: Keldric Faulk (EDGE/DT, Auburn)
Jetzt kommen wir zu meinem BPA. Faulk ist bei Fran Duffy overall Rang 2 und EDGE1 (von Fran Duffy · Big Board). Comp: Supercharged Keion White. Wenn er auf 23 fällt, ist das ein Geschenk, das ich nicht zurückschicke.
Das Problem: Faulk wird wahrscheinlich nicht auf 23 fallen. In Bermans Mock für den PHLY Podcast ist Faulk „way gone earlier", lange bevor die Eagles am Clock sind (von Zach Berman · PHLY Podcast). Auch im Consensus der Mock-Industrie geht er meistens vor Pick 15. Aber Drafts laufen selten wie die Mocks. Und wenn die ersten 22 Teams Quarterbacks, Offensive Tackles und Wide Receiver jagen, kann Faulk rutschen. Genau dann klingelt bei uns das Telefon, und genau dann nehme ich ihn.
Vic Fangios Defense lebt von Multiple Fronts. Faulk kann One-Gap, Two-Gap, rauf zur 3-Technik, runter zur 5. Der spielt jede Rolle, die du ihm gibst.
Die Zahlen sind stark. 2024 bei Auburn: 12 Starts, 45 Tackles, 11 TFL, 7 Sacks, ein Forced Fumble (von Fran Duffy · Big Board). 2025 waren die Sack-Zahlen runter, aber das war teilweise Scheme und teilweise doppeltes Team. Was bleibt: eine Pressure Rate von 16,7 Prozent in 2024. Das ist die Liga-Gesellschaft von Quinnen Williams, Calijah Kancey und Byron Murphy. Elitäre Zahl.
Körperlich: 6'6, 276 Pfund beim Combine, 34 3/8 Arm, 82 2/8 Wingspan, 700-Pfund Squat, 415-Pfund Bench (von Fran Duffy · Big Board). Er ist erst am 7. September 2005 geboren. Zwanzig Jahre alt beim Draft. Drei-Jahres-Starter in der SEC mit zwanzig. Sein Vater ist gestorben, als er vier war. Er war Captain 2025. Charakter ist kein Fragezeichen.
Und jetzt stell dir die Front vor. Jalen Carter auf der 3-Technik. Jordan Davis in der Mitte. Faulk als 5-Technik-Freak. Nolan Smith als Speed-Rusher vom Rand. Nolan Smith, Jordan Davis, Jalen Carter und Keldric Faulk in einer Rotation. Welche Offensive Line in der NFC will das blocken? Nicht Washington. Nicht Dallas. Nicht die Giants.
Das ist der Pick, der unsere D-Line für fünf Jahre ungeschlagen macht. 20 Jahre alt, Blue-Chip-Traits, SEC-produziert, Hoch-Charakter. Wenn Faulk auf 23 sitzt: Karte ausgefüllt, Headset runter, Celebration.
Er ist Platz 2, nicht Platz 1, nur weil mir Platz 1 noch besser gefällt.
Platz 1: Kein Spieler. Trade.
Hier kommt der Move, den Howie wirklich machen würde, wenn die Sterne stehen. Trade down. Mit einem Partner, der einen bestimmten Quarterback oder Pass Rusher sehen will und bereit ist, Ammunition zu liefern.
Was ich will: zusätzliche Picks in 2026 und vor allem in 2027. Der 2027er Jahrgang ist nach allem, was aus den College-Scouting-Kreisen kommt, eine historische Klasse. Mehrere Erstrunden-Quarterbacks, eine tiefe EDGE-Klasse, ein starker Skill-Position-Pool. Wenn ich einen 2027er First für den Trade-Down mitnehmen kann, nehme ich den mit Handkuss.
Warum das meine Nummer 1 ist: Das Eagles-Roster hat Starter. Die Starter sind gut bis sehr gut. Das Problem ist die Tiefe. Und Tiefe kannst du dir in der Free Agency nicht mehr leisten. Der Cap ist zu eng, die Veteranen-Verträge zu teuer. Tiefe musst du selbst bauen. Und selbst bauen heißt: Rookie-Verträge. Viele Rookie-Verträge. In einem starken Jahrgang.
Ein Trade down von 23 auf 35 bis 42 bringt realistisch einen Second plus einen Fourth. Oder einen zusätzlichen Third. Zwei oder drei zusätzliche Karten in den Runden zwei bis vier. Plus im besten Fall ein 2027er Pick als Zuckerl obendrauf.
Die Veteranen-Alternative, die Berman und Wulf durchspielen
Es gibt eine andere Variante, die Zach Berman und Bo Wulf im PHLY Mock Draft Podcast ausführlich diskutiert haben: Pick weg, dafür einen gestandenen Veteranen (von Zach Berman · PHLY Podcast). Die Namen, die dort fallen, sind nicht klein:
Am EDGE: Jonathan Greenard von den Vikings ist der Name Nummer eins. Berman selbst hat Greenard in seinem Mock sogar für Pick 68 ins Team gebracht. Dazu Alex Highsmith aus Pittsburgh. Nick Herbig ebenfalls, weniger wahrscheinlich. Und dann die Fantasie, über die Wulf fast verträumt geredet hat: Josh Sweat zurück nach Philly, wenn die Cardinals in Runde 1 auf Arvell Reese gehen. Eigenzitat Berman: „Kind of a Howie move."
Auf Safety: Budda Baker, seit Jahren mit den Eagles in Verbindung gebracht. Jesse Bates aus Atlanta als realistischere Variante, voraussichtlich Post-June-1-Designation nötig wegen Cap. Xavier McKinney aus Green Bay als „bigger swing", wenn die Packers vom Vertrag runter wollen.
Am Wide Receiver: Marvin Harrison Jr. als „Home Run Swing" (wurde aber vom aktuellen Cardinals-Regime selbst gedraftet, daher unwahrscheinlich). Rashad Bateman. Cooper Kupp über die Sean-McVay-Connection. Dazu Low-Cost-Optionen wie Keon Coleman, Tank Dell, Calvin Ridley, auch Brian Thomas Jr.
Das ist die Welt, in der die Philly-Reporter denken. Und ich verstehe sie. Jeder dieser Namen löst ein Problem heute. Greenard macht die EDGE-Rotation unmittelbar besser. Baker spielt Safety auf Pro-Bowl-Niveau ab Snap eins. Kupp ist das, was Saquon für die Offense war: ein Erwachsener in einem Raum voller Junger.
Warum ich trotzdem passe
Die Namen sind gut. Der Cap ist es nicht. Greenard wird teuer, sehr teuer, und Berman selbst hat im Podcast mit der Vertrags-Situation als Hauptargument gegen die Idee gekämpft. Kupp bedeutet 20 Millionen-plus auf einem Drei-Jahres-Vertrag. Bates und McKinney bringen sofort einen Extension-Trigger mit. Das sind alles Veteranen-Deals, die in eineinhalb Jahren einen Cap-Albtraum erzeugen, wenn Jalen Carter und A.J. Brown neu kommen.
Meine Variante des Spieler-Trades sieht anders aus. Ich tausche den Pick gegen einen Spieler, der noch unter Rookie-Vertrag steht. Jemand in Jahr zwei oder drei, den eine andere Franchise aus Gründen abgeben muss, die nichts mit Talent zu tun haben. Regime-Change, Scheme-Fit, Roster-Mathe. Rechte gesichert, Kosten gering, hohes Wachstumspotenzial. Jemand, der in der Salary-Cap-Kalkulation unauffällig bleibt, aber auf dem Feld einen Unterschied macht.
Namen gibt es, aber ich nenne keine. Weil solche Deals nicht in zehn Minuten am Telefon gemacht werden, wenn der Pick läuft. Solche Deals sind vorbereitet. Seit Wochen. Vielleicht seit Monaten. Eine Liste an Namen, die im War Room liegt, mit Anruflisten, Konditionen, Preisrahmen. Wenn der 23er Pick läuft und ein vorbereiteter Deal aufploppt: Das wird zum Signature Move einer Offseason.
Das ist mein Traumszenario. Weil es die größte Wirkung über die längste Zeit hat. Weil es die Zukunft nicht verpfändet, sondern ausbaut. Und weil es Howie-like ist. Ganz Howie.
Morgen gibt es das Gleiche für Tag 2
Tag 1 ist heute. Morgen kommen die Runden 2 und 3. Eagles haben Pick 54 und Pick 68 am Freitag. Und ich werde morgen die gleiche Übung machen, nur eine Etage tiefer. Welche Spieler-Archetypen will ich auf 54? Welche Position ist spätestens auf 68 Pflicht? Und welche Trades würde ich morgen versuchen, um die Tiefe zu hebeln, die ich am Samstag brauche, um sie mit Rookie-Contracts aufzufüllen?
Bis dahin: Kopf an, Kaltgetränk in der Hand, und schauen, ob Howie einen dieser fünf Wege heute wirklich einschlägt. Go Birds.