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Eagles holen Dontayvion Wicks von den Packers: Was der Trade wirklich bedeutet

Die Eagles traden zwei Day-3-Picks für Dontayvion Wicks und verlängern ihn für 12,5 Millionen. Was der Move über die Zukunft von A.J. Brown verrät.

·6 Min. Lesezeit·
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Freitagabend, 18 Uhr, News Dump. Die Eagles schicken einen Fünftrundenpick 2026 und einen Sechstrundenpick 2027 nach Green Bay und bekommen dafür Wide Receiver Dontayvion Wicks. Plus: eine Vertragsverlängerung über ein Jahr und 12,5 Millionen Dollar [1]. Zwei Day-3-Picks für einen 24-jährigen Receiver, der das System schon kennt. Das ist kein Depth Move. Das ist ein Statement.

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Wer zwischen den Zeilen liest, sieht das große Bild: Die Eagles bereiten sich auf ein Leben ohne A.J. Brown vor. Und sie tun es methodisch.

Der Move

Wicks kommt als Fifth-Round-Pick der Packers aus dem 2023er Draft. Drei Saisons in Green Bay, 108 Receptions, 1.328 Yards, 11 Touchdowns [2]. Seine beste Saison war die Rookie-Kampagne: 39 Catches für 581 Yards und vier Touchdowns. Seitdem? Rückläufige Zahlen.

SaisonReceptionsYardsYPCTD
20233958114,94
20243941510,65
20253033211,12
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Die sinkende Produktion erzählt aber nicht die ganze Geschichte. In Green Bay stand Wicks hinter Christian Watson, Jayden Reed und Romeo Doubs in der Hierarchie. Targets waren Mangelware. Fran Duffy von PHLY bringt es auf den Punkt: Wicks ist kein Game Breaker. Er ist ein Sticks Mover. Third and 5, er holt dir 5. Oder 7. Er bewegt die Chains, blockt ordentlich, kann Inside und Outside spielen [3].

Warum Wicks, warum jetzt

Zwei Worte: Sean Mannion. Der neue Offensive Coordinator der Eagles war Quarterbacks Coach in Green Bay. Ryan Mahaffey, bei den Eagles als Run Game Coordinator geholt, war Wicks' Position Coach bei den Packers (dort zwei Jahre als Wide Receivers Coach). Zwei Vertraute im Coaching Staff, die genau wissen, was Wicks kann.

Die Eagles installieren ein reines West Coast Offense System. Neue Terminologie, neues Verbiage. Wicks kennt beides schon. Adam Caplan von Inside the Birds hat mit drei Leuten über Wicks gesprochen: alle mögen ihn, keiner liebt ihn. Der Konsens: ein „big-bodied Possession Receiver, Run-after-the-Catch-Typ". Genau das, was eine West Coast Offense braucht [4].

Aber da ist ein Haken. Wicks hatte Probleme mit Drops. Neun Stück in 2024. Das Thema zieht sich bis ins College zurück. Packers-Fans nannten ihn „Droptavian". 2025 waren es nur noch drei, also gibt es Fortschritte. Trotzdem: auf dieser Ebene muss jeder Ball sitzen.

Der Elefant im Raum: A.J. Brown

Reden wir Klartext. Dieser Trade schreit „Post-A.J.-Planung".

A.J. Brown bekommt 2026 insgesamt 29 Millionen Dollar Cash, alles garantiert [5]. Wenn die Eagles ihn vor dem 1. Juni traden, fressen sie 43,4 Millionen Dead Cap. Nach dem 1. Juni? Nur noch 16,4 Millionen. Die Ersparnis: rund 27 Millionen gegen den Salary Cap.

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EJ Smith von PHLY drückt es vorsichtig aus: „Wir reden nicht in Absoluten, aber wir kommen den Absoluten immer näher." Die Eagles haben Hollywood Brown geholt (5 Millionen, voll garantiert), Elijah Moore verpflichtet, und jetzt Wicks getradet und verlängert. Das ist kein Zufall. Das ist ein Masterplan [6].

Inside the Birds berichtet seit drei Jahren, dass die Patriots Interesse an Brown haben. Elliot Wolf und Mike Rabil in New England haben Brown auf dem Radar. Die Rams waren ebenfalls im Spiel, haben sich aber laut deren GM auf den Owner's Meetings öffentlich zurückgezogen [7].

Aber: Wenn die Eagles nicht den Return bekommen, den sie wollen, bleibt Brown. Und dann? Dann hätten sie plötzlich eine der tiefsten Receiver Rooms der gesamten NFL. A.J. Brown, DeVonta Smith, Hollywood Brown, Wicks. Das wäre elite.

On-Field Fit: Was Wicks mitbringt

Wicks misst 6-1, 206 Pfund. Er spielt das Quick Game und Intermediate Game. Seine beste Route laut Duffy: der Comeback. Klingt unspektakulär, ist aber technisch anspruchsvoll, weil er kein echter Deep Threat ist. Er muss den Vertical-Push verkaufen, obwohl der DB weiß, dass die Tiefe nicht kommt. Dass er trotzdem Separation kreiert, zeigt sein Handwerk.

Er kann die X-Position spielen, also Brown's Spot. Er kann auch Inside arbeiten. Caplan sieht ihn als natürlichen Starter neben DeVonta Smith, falls Brown geht. Smith als 1A, Wicks als 1B, Hollywood als Speed-Element in der Slot oder am Z. Darius Cooper bringt Vielseitigkeit, Johnny Wilson ist der Blocking-Spezialist.

Was spannend wird: Jalen Hurts' Target Distribution. Die Eagles hatten die engste Target-Verteilung der Liga. A.J. und DeVonta verschlangen fast alles. Wenn Brown geht, muss Hurts das Spiel breiter verteilen. Kann er das? Will er das? Das wird eine der spannendsten Storylines der NFL 2026.

Cap Impact und Draft Capital

Die Eagles geben Pick 153 (Fünftrundenpick von den Falcons aus einem Draft-Day-Trade 2025) und einen Sechstrundenpick 2027 ab. Dazu die 12,5 Millionen für 2027. Wicks verdient 2026 durch seinen Base Escalator 3,674 Millionen [8].

Für den Draft 2026 bleiben den Eagles acht Picks: ein Erstrundenpick, ein Zweitrundenpick, zwei Drittrundenpicks, zwei Viertrundenpicks, ein Fünftrundenpick und ein Sechstrundenpick. Genug Kapital, um im Draft trotzdem noch einen Receiver zu holen.

Bo Wulf von PHLY macht einen guten Punkt: Er mag diesen Trade am meisten, wenn die Eagles in zwei Wochen zusätzlich einen Receiver früh im Draft nehmen. Ein Rookie mit Upside plus Wicks als solider Starter. Das wäre die optimale Post-A.J.-Konstruktion [9].

Was die Packers-Seite verrät

Green Bay hat mit Wicks und Romeo Doubs (zu den Patriots in der Free Agency) zwei Receiver verloren. Sie setzen auf Christian Watson, Jayden Reed und Erstrundenpick 2025 Matthew Golden. Tucker Kraft kommt von einem Kreuzbandriss zurück. Plus Drittrundenpick Savion Williams, der Spielzeit braucht.

Wicks hätten die Packers ohnehin nicht verlängert. Lieber zwei Picks kassieren, als ihn 2027 in der Free Agency für ein spätes Compensatory Pick ziehen lassen. Dazu sparen sie rund 3,7 Millionen Cap Space [10]. Solider Deal für beide Seiten.

Trade Grade: B+

Zwei Day-3-Picks für einen 24-jährigen Receiver, der das System kennt und sofort ins Scheme passt. Dazu eine faire Extension, die zeigt: die Eagles planen mit Wicks als Starter. Das Risiko? Er hat in drei NFL-Saisons nie den Durchbruch geschafft. 108 Career Receptions sind keine Starter-Zahlen. Die Drops waren ein Thema.

Aber der Preis stimmt. Kein Erstrundenkapital, kein absurder Vertrag. Wenn Wicks in der neuen Offense mit vertrauten Coaches aufblüht, ist das ein Steal. Wenn nicht, haben die Eagles zwei späte Picks investiert. Das Downside-Risiko ist überschaubar.

Howie Roseman hat mal wieder leise und chirurgisch gearbeitet. Freitagabend, News Dump, während alle schon ins Wochenende gehen. Classic Howie.

Fan Verdict

Mal ehrlich: Dieser Trade macht Spaß. Nicht wegen Wicks allein, sondern wegen dem, was er signalisiert. Die Eagles haben einen Plan. Sie reagieren nicht panisch auf die A.J.-Situation, sie steuern sie aktiv. Wicks, Hollywood, Moore, dazu ein möglicher Draft-Receiver. Das ist Roster Building mit System.

Und wenn Brown doch bleibt? Dann hat Philly die tiefste Receiver-Gruppe der Liga. Win-Win.

Go Birds.


Quellen: Zach Berman, The Athletic · Jimmy Kempski, PhillyVoice · PHLY Eagles Podcast (Bo Wulf, EJ Smith, Fran Duffy) · Inside the Birds (Adam Caplan) · Dave Zangaro, NBC Sports Philadelphia

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