Fred Johnson und die Eagles. Weniger eine Football-Geschichte, mehr eine Liebesbeziehung mit mehreren Trennungen und Versöhnungen. Zum dritten Mal kommt der 1,96 Meter große Swing Tackle zurück nach Philadelphia. Einjahresvertrag, mal wieder.
Gleichzeitig verpflichten die Eagles Wide Receiver Elijah Moore. Auch ein Einjahresvertrag. Auch ein Spieler, dessen Karriere bisher hinter den Erwartungen blieb. Aber einer mit einer besonderen Verbindung nach Philly.
Fred Johnson: Der Mann, der immer wiederkommt
Die Timeline liest sich wie ein Running Gag:
November 2022: Die Eagles holen Johnson auf die Practice Squad. Er kommt von den Buccaneers, davor Cincinnati, davor Pittsburgh (undrafted aus Florida, 2019). Niemand erwartet viel.
2023: Johnson gewinnt das Training Camp und sichert sich einen Zweijahresvertrag als Backup Tackle. Er springt ein, wenn Jordan Mailata oder Lane Johnson ausfallen. Macht seinen Job. Solide.
März 2025: Johnson unterschreibt bei den Jacksonville Jaguars. Bye, Philly.
August 2025: Howie Roseman tradet einen Siebtrundenick an die Jaguars und holt Johnson zurück. Fünf Monate Trennung, dann wieder vereint [1].
2025: Johnson spielt 17 Spiele, startet acht davon. Er füllt die Lücken bei den verletzten Startern und macht das, was er am besten kann: zuverlässig sein.
März 2026: Einjahresvertrag. Wieder da. Zum dritten Mal [2].
Keine glamouröse Geschichte. Aber genau das macht sie wertvoll. Die Eagles haben 2026 ihre komplette Starting O-Line zurück: Mailata, Dickerson, Jurgens, Steen, Lane Johnson. Aber Lane Johnson wird 36 und hat seine letzte Saison mit einer Lisfranc-Verletzung beendet. Mailata hatte in der Vergangenheit Verletzungsprobleme. Man braucht einen Swing Tackle, der beide Positionen spielen kann. Fred Johnson ist genau das.
Elijah Moore: Viertes Team, fünfte Chance
Jetzt wird es interessanter. Die Eagles haben Elijah Moore auf einen Einjahresvertrag verpflichtet.
Moore war 2021 ein Zweitrundenpick der New York Jets. Nummer 34 im Draft. CBS Sports gab dem Pick ein A [3]. Er galt als Steal, als zukünftiger Nummer-eins-Receiver. In sechs Spielen seiner Rookie-Saison legte er eine Pace von 96 Receptions, 1.301 Yards und 14 Touchdowns auf. Die Zukunft gehörte ihm.
Dann wurde sie ihm genommen. Oder er nahm sie sich selbst.
In Year Two drückte Garrett Wilson ihn aus der Rolle als Primary Target. Moore wurde frustriert, forderte mitten in einer Siegesserie einen Trade und wurde auf die Bank gesetzt. Die Jets tradeten ihn 2023 nach Cleveland, zusammen mit einem Drittrundenick, um einen Zweitrundenick zurückzubekommen. Bei den Browns: 59 Receptions, 640 Yards in 2023. Ordentlich, nicht mehr. 2024: 61 Receptions, 538 Yards, ein Touchdown. Der Trend zeigt nach unten.
2025 bei den Bills: neun Spiele, neun Catches, 112 Yards. Im November entlassen [4].
Die Karriere-Stats nach fünf Jahren: 209 Catches, 2.274 Yards, 11 Touchdowns. Für einen Zweitrundenpick ist das enttäuschend. Keine Frage.
Aber. Moore ist 25. Er ist immer noch der explosive Slot Receiver, der bei Ole Miss 1.738 Yards aus dem Slot holte, mehr als jeder andere College-Receiver seiner Klasse. Sein Problem war nie das Talent. Es war die Situation: schlechtes Quarterback-Spiel bei den Jets, eine Offense in Cleveland, die nie zu ihm passte, und in Buffalo kam er zu spät und wurde zu früh fallengelassen.
Die wahre Story: Moore und AJ Brown
Hier wird aus einer netten Personalentscheidung etwas Besonderes.
Elijah Moore und AJ Brown waren Zimmergenossen bei Ole Miss. Nicht einfach Teamkollegen. Familie. Brown hat öffentlich darüber gesprochen, wie Moore ihm durch eine Phase schwerer Depression geholfen hat. Moore hat gesagt, dass Brown ihn als Spieler geformt hat [5].
"I wouldn't even call it a friendship. It's family", hat Moore einmal gesagt.
Joe Douglas, der Moore 2021 bei den Jets gedraftet hat, arbeitet jetzt als Senior Personnel Director bei den Eagles. Er kennt Moores Talent aus erster Hand [6].
Und nein, diese Verpflichtung bedeutet nicht, dass AJ Brown getradet wird. Im Gegenteil. Moore ist kein Ersatz für Brown. Er ist eine günstige Depth-Option im Slot, hinter Brown und DeVonta Smith. Wenn überhaupt, signalisiert dieser Move, dass Brown bleibt. Warum solltest du den besten Freund eines Spielers holen, den du abschieben willst?
Das Fazit: Kleine Wetten, wenig Risiko, hohes Potential
Beide Signings passen zum Muster dieser Eagles-Offseason. Einjahresverträge. Überschaubare Kosten. Spieler, die etwas beweisen wollen.
Fred Johnson ist die Versicherung, die jede gute Offensive Line braucht. Kein Starter, aber ein Spieler, der acht Spiele starten kann, ohne dass die Protection zusammenbricht. Er kennt das System, er kennt die Coaches, er kennt die Stadt. Und offensichtlich kann er nicht ohne Philadelphia leben.
Elijah Moore ist die spannendere Wette. Ein ehemaliger Zweitrundenpick mit Elite-Athletik, der auf vier Stationen nie das richtige Umfeld gefunden hat. In Philly bekommt er Jalen Hurts als Quarterback, Kellen Moore als Playcaller und seinen besten Freund im selben Receiver-Raum. Wenn er irgendwo nochmal aufblühen kann, dann hier.
Keine der beiden Verpflichtungen wird Schlagzeilen machen. Aber genau so gewinnt man Offseasons: nicht mit den größten Namen, sondern mit den klügsten Moves.
Go Birds.