Eagles-Schedule 2026: Der freundlichste seit Jahren – und der heimtückischste
Die NFL hat den Eagles ein Geschenk gemacht. Auf dem Papier. Die kombinierte Bilanz der siebzehn Gegner aus dem Vorjahr liegt bei 138 zu 149 zu 2, eine Quote von 0.481 und ein gemeinsames Punktverhältnis von minus sechzehn. Vor einem Jahr standen dort 162 zu 127 und plus 456 (von Jimmy Kempski · PhillyVoice). Das ist nicht ein bisschen leichter. Das ist eine andere Welt.
Und trotzdem bleibt nach dem ersten Durchklicken durch den Spielplan ein leises Unbehagen. Vier Bye-Gegner. Ein Doppelpack-Holiday-Sonderprogramm. Eine London-Reise ohne anschließende Bye. Ein Saturday Showdown gegen den Super-Bowl-Champion in der härtesten Drei-Wochen-Phase der Saison. Und die letzten beiden Spiele auswärts, mitten vor den . Wer den Schedule nur als Tabellenwerk liest, hält ihn für einen Freifahrtschein. Wer ihn liest wie einen Coach, sieht die Fallen.
Der komplette Schedule auf einen Blick
| Week | Datum | Tag | Gegner | H/A | Kickoff DE | TV |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 13.09. | So | Commanders | Heim | 22:25 | Fox |
| 2 | 20.09. | So | Titans | Auswärts | 19:00 | Fox |
| 3 | 28.09. | Mo | Bears | Auswärts | 02:15 (29.09.) | ESPN |
| 4 | 04.10. | So | Rams | Heim | 19:00 | Fox |
| 5 | 11.10. | So | Jaguars (London) | Auswärts | 15:30 | NFL Network |
| 6 | 18.10. | So | Panthers | Heim | 19:00 | CBS |
| 7 | 26.10. | Mo | Cowboys | Heim | 01:15 (27.10.) | ESPN |
| 8 | 01.11. | So | Commanders | Auswärts | 02:20 (02.11.) | NBC |
| 9 | 08.11. | So | Giants | Heim | 19:00 | Fox |
| 10 | – | – | Bye Week | – | – | – |
| 11 | 22.11. | So | Steelers | Heim | 22:25 | CBS |
| 12 | 26.11. | Do | Cowboys (Thanksgiving) | Auswärts | 22:30 | Fox |
| 13 | 06.12. | So | Cardinals | Auswärts | 22:05 | Fox |
| 14 | 13.12. | So | Colts | Heim | 19:00 | Fox |
| 15 | 19.12. | Sa | Seahawks | Heim | 23:00 | Fox |
| 16 | 24.12. | Do | Texans (Christmas Eve) | Heim | 02:15 (25.12.) | Prime |
| 17 | 03.01. | So | 49ers | Auswärts | 02:20 (04.01.) | NBC |
| 18 | TBA | – | Giants | Auswärts | TBA | TBA |
Datenstand laut offiziellem Schedule-Release der NFL am 14. Mai (von Dave Zangaro · NBC Sports Philadelphia). Die deutschen Zeiten sind auf MESZ und MEZ umgerechnet, die Asymmetrie der europäischen und amerikanischen Zeitumstellung im Oktober und November ist eingerechnet.
Die Bye Week kommt zur Saison-Halbzeit
10. Das Wochenende vom 15. November ist frei. Neun Spiele davor, acht danach. Symmetrischer geht es kaum, und für den Körperhaushalt einer NFL-Truppe ist das nahe am Idealfall. Der Schedule-Maker hat den Eagles diese Pause aber bewusst nicht hinter das London-Spiel in Week 5 gelegt, obwohl die Liga es angeboten hätte (von Jimmy Kempski · PhillyVoice). Wer Europa-Reisen kennt, schüttelt darüber den Kopf. Wer den Rest des Plans liest, versteht es. Zwischen London und Thanksgiving wartet ein kompletter Sechs-Wochen-Block ohne weitere Reisen, plus die Bye in der Mitte. Das ist die Erholungs-Bank, die der Stab spart.
Vier Bye-Gegner. Lest das noch einmal. Vier.
Hier liegt der eigentliche Konstruktionsfehler dieses Spielplans. Die Eagles spielen viermal gegen ein Team, das eine Woche länger gesessen hat als sie selbst. Week 6 daheim gegen Carolina nach dem London-Trip. Week 8 auswärts in Landover gegen Washington, das aus seiner Bye kommt, während Philadelphia gerade ein Montagabendspiel gegen Dallas in den Knochen hat. Week 9 daheim gegen die Giants, ebenfalls aus der Bye. Und Week 14 daheim gegen Indianapolis, das nach Pause antritt (von Dave Zangaro · NBC Sports Philadelphia).
Das ist kein Pech. Das ist Schieflage. Jimmy Kempski hat in seiner Analyse für PhillyVoice geschrieben, dass es schlicht keinen Grund gibt, einem Team in einer Saison vier solcher Gegner zu geben. Schon gar nicht, wenn drei davon Conference-Rivalen sind und zwei aus der eigenen (von Jimmy Kempski · PhillyVoice).
Wer es klein rechnen will, hat eine Statistik zur Hand. Vor der CBA-Reform 2011 lag der reine Erholungsbonus eines Bye-Teams noch bei plus 2,2 Punkten pro Spiel. Seit 2011 sind es im Liga-Durchschnitt nur noch plus 0,3 Punkte, weil die Liga die Trainingswochen ringsum reglementiert hat [1]. Bei einem einzelnen Spiel verschwindet das im Rauschen.
Bei vier Spielen tut es das nicht mehr. Das sind 23 Prozent der , in denen die Eagles schlechter dastehen, bevor der Ball überhaupt liegt. Und der Punktevorteil ist nur die halbe Geschichte. Bye-Gegner haben einen kompletten zusätzlichen Trainingstag mehr für Game-Plan, Special Packages und Regeneration. Vier solcher Coaching-Vorsprünge summieren sich. Sie liegen zwischen Week 6 und Week 14, genau in der Phase, in der sich die Playoff-Plätze entscheiden. Das ist kein Rundungsfehler mehr.
Plus die Häufung selbst. Week 8 und Week 9 stehen direkt hintereinander. Zwei Wochen in Folge gegen ausgeruhte Teams, beide Conference-Spiele, beide mit Tiebreaker-Konsequenzen. Week 6 setzt obendrauf, dass die Eagles selbst gerade aus einer London-Reise kommen, also nicht nur kein Plus haben, sondern ein Minus. Wenn der Schedule-Maker vier solcher Fallen in genau diese Saison-Phase legt, dann ist das systematisch. Und systematisch unfair.
Strength of Schedule: zwei Lesarten, ein Disclaimer
Die 0.481er Records-Bilanz der Gegner ist die eine Lesart. Sharp Football hat eine andere: Auf Basis der projizierten 2026er Win-Totals stehen die Eagles auf Platz 26 der schwersten Spielpläne. Nur sechs Teams haben es noch leichter: Lions, Saints, Bengals, Browns, Jets, Ravens. Und innerhalb der stehen die Eagles auf dem komfortabelsten Posten: Cowboys auf Platz 4, Commanders auf Platz 8, Giants auf Platz 9 (von Dave Zangaro · NBC Sports Philadelphia).
Deniz Selman hat eine dritte Lesart geliefert: Wenn man Super-Bowl-Quoten statt Vorjahres-Ergebnisse anlegt, landen die Eagles ebenfalls unter dem Liga-Mittel.
Vincent DiBona hat das Bild für die Reisemeilen ergänzt: Eagles im oberen Drittel der Travel-Belastung.
Beide Methoden teilen sich einen Geburtsfehler. Sie rechnen mit dem, was 2025 war, nicht mit dem, was 2026 sein wird. Die Texans hatten 2025 eine A-plus-Defense und einen offensiven Stillstand. Die Bears hatten unter Ben Johnson elf Siege, die Frage ist aber, ob Caleb Williams in seinem zweiten Jahr unter Johnson endlich liefert. Die Cardinals waren 3-14, das gleiche Team könnte 2026 weiter im Keller stehen oder mit den richtigen Picks aus dem Loch kommen. Bryce Young und die Panthers waren am Ende der Saison 2025 ein anderes Team als am Anfang. Wer den SoS-Wert von 0.481 unkritisch in eine Win-Prediction übersetzt, kauft sich Sand für Trinkwasser.
London und sechs Wochen ohne Flug
Die Reise nach London ist Week 5, Sonntag 11. Oktober, 9:30 Uhr Ostküstenzeit, Tottenham Hotspur Stadium gegen Jacksonville. Die Jaguars sind in London 7-7. Im Rest der Welt sind sie seit 2013 bei 68-131. Es ist die seltsame Auswärtswahl, ein Team auf seinem Glücks-Acker zu erwischen (von Jimmy Kempski · PhillyVoice).
Danach gibt es bis Thanksgiving keinen weiteren Flug für das Team. Sechs Wochen am Stück Heimspiele, kurze Trips innerhalb der Zeitzone und die mentale Pause der Bye. Wer den Schedule fair liest, sieht in dieser Phase das eigentliche Geschenk. Sie macht die London-Härte wett.
Insgesamt rangiert die Eagles-Reisebelastung auf Platz 9 der Liga, mit 22.115 Meilen über die Saison (von Dave Zangaro · NBC Sports Philadelphia).
Mannions frühe Bewährungsprobe
Sean Mannion debütiert als neuer Offensive Coordinator. Er tritt ein Erbe an: 2025 endete in der ersten negativen offensiven EPA-Saison der Sirianni-Ära [2]. Die Eagles starten mit einem überarbeiteten System unter ihm. Was das im Detail heißt, weiß außerhalb des NovaCare niemand. Sicher ist nur: Diese Offense soll wieder fliegen, und der Schedule gibt Mannion drei Wochen, in denen er das beweisen muss.
Week 3 bis Week 5 ist der Stresstest. Bears auswärts auf Monday Night, Rams daheim, Jaguars in London. Drei Top-Defensiv-EPA-Gegner aus 2025 in Folge, in einer Phase, in der das System noch wackelt. Bears als Vergleich: Ben Johnson hat Caleb Williams in seinem zweiten Jahr unter ihm zum Elf-Sieg-QB geformt. Hurts steht jetzt vor demselben Lehrplan, nur ein paar Jahre weiter in der Karriere. Wenn er nicht schneller klickt, als Williams es tat, beginnt die unbequeme Diskussion.
Diese Diskussion ist nicht hypothetisch. 2025 endete in der Wild-Card-Runde gegen die 49ers, mit einer Offense, die ihre 2022er und 2024er Form über Wochen vermissen ließ. Howie Roseman hat den Coordinator gewechselt, nicht den Head Coach. Aber wer aus Wochen 3 bis 5 mit 1-2 oder 0-3 herauskommt, schraubt die Sirianni-Frage zurück auf die Tagesordnung. Wer mit 3-0 rauskommt, hat die halbe Identität dieser Saison schon aufgebaut und sich eine weitere Runde Zeit erkauft.
Die Habenseite
Damit das nicht nur einseitig wird, drei Argumente in die andere Richtung. Eagles haben mit Platz 26 den klar leichtesten Schedule der NFC East, deutlich vor Cowboys (Platz 4), Commanders (8) und Giants (9). Der direkte Pfad zur Division-Crown ist freier als für jeden Rivalen. Die Bye Week 10 liegt exakt mittig in der Saison, neun Spiele davor, acht danach. Ein Idealfall für den Körperhaushalt. Und zwischen London in Week 5 und Thanksgiving in Week 12 gibt es keinen einzigen Flug außerhalb der Eastern Time Zone, also sechs Wochen Heimat-Setup mit Bye in der Mitte.
Was unter dem Strich bleibt: Eagles haben den Schedule, mit dem ein NFC-Champion realistisch wird. Sie haben aber nicht den Schedule, der zum Spaziergang wird. Wer 14-3 erwartet, sollte die Bye-Gegner-Häufung und die Saturday-Seahawks-Phase nochmal lesen.
Thanksgiving in Dallas, Heiligabend mit den Texans
Die NFL hat den Eagles beide großen Feiertags-Slots gegeben. Am 26. November fliegen sie nach Dallas, Donnerstag, 16:30 Ortszeit, Fox. Es ist das erste Eagles-Cowboys-Thanksgiving seit 2014, ein 33-10-Sieg damals. Das letzte Auswärts-Thanksgiving der Eagles war eine 14-45-Pleite in Detroit im Jahr 2015 (von Reuben Frank · NBC Sports Philadelphia).
Diese Reise ist das, wovor Jeffrey Lurie 2019 mit einer Resolution gewarnt hatte: kurze Woche, auswärts, Heimrecht-Privileg für Dallas. Lurie hatte den Antrag zurückgezogen, aber die Argumentation steht. Die Eagles haben in den letzten acht Spielen im AT&T Stadium nur eins gewonnen, vier davon mit mindestens zwanzig Punkten Abstand verloren (von Reuben Frank · NBC Sports Philadelphia). Auf der Habenseite: 6-1 all-time an Thanksgiving und 21-8 all-time an Donnerstagen.
Vier Wochen später schlägt der Schedule ein zweites Mal zu, härter. Donnerstag, 24. Dezember, 20:15 Ortszeit, daheim gegen Houston, Prime Video. Heiligabend. Eine seltene Konstellation. Ein NFL-Spiel kracht in den abendlichen Familien-Slot der amerikanischen Mittelschicht.
Die Eagles bekommen dafür eine ungewöhnliche Mini-Bye direkt im Anschluss: Christmas Day, Boxing Day und das ganze Wochenende frei. Schöne Theorie. In der Praxis spielen sie dann zwei Wochen später auswärts in San Francisco. Ein Holiday-Geschenk mit Kleingedrucktem.
Saturday gegen den Champion
Zwischen die Holiday-Doppelpack schiebt sich der härteste Drei-Wochen-Block der Saison: Colts daheim in Week 14, Seahawks daheim in Week 15 (Samstag), Texans daheim in Week 16. Die drei Gegner kommen aus 2025 mit einem kombinierten Punktverhältnis von plus 354 (von Jimmy Kempski · PhillyVoice). Das ist die Phase, in der eine 9-2- oder 8-3-Bilanz zur Achterbahn werden kann.
Im Zentrum: Samstag, 19. Dezember, 17 Uhr Ortszeit, Eagles gegen Seahawks. gegen LX. Champion gegen Champion [3].
Plus die historische Last. Die Eagles haben acht Spiele in Folge gegen die Seahawks verloren, eine Serie, die bis 2011 zurückreicht. Sieben Heimniederlagen davon hintereinander, mit einem Durchschnitt von 16,6 Punkten Differenz. Das letzte Heimsieg gegen Seattle datiert auf 1989, ein 31-7 mit Randall Cunningham. Die Seahawks haben am Lincoln Financial Field eine perfekte 6-0-Bilanz, inklusive Wild-Card-Sieg 2019 (von Reuben Frank · NBC Sports Philadelphia). Riq Woolen ist mittlerweile in Philadelphia, weil Seattle ihn ziehen ließ. Es gibt nationale Storylines, die niemand vorher gesehen hat, und es gibt diese hier, die direkt auf dem Schedule mitausgedruckt steht.
Eagles-Saturday-Bilanz: 18-25 all-time in der Regular Season, vier von fünf letzten verloren. Das passt zu dem Bild dieser Phase.
Primetime, Holidays und nationale Bühne
Eagles haben 2026 acht von siebzehn Spielen außerhalb des klassischen Sunday-Slots. Zwei Monday Night Football, zwei Sunday Night Football, zwei Thursday Night, ein Samstag, ein London-Vormittag. Fünf reine Primetime-Spiele plus die zwei Holiday-Slots plus das International Game ergeben eine Saison auf nationaler Bühne, die nur Eagles und ein paar Marquee-Teams in dieser Dichte bekommen (von Dave Zangaro · NBC Sports Philadelphia).
Seit 2000 stehen die Eagles auf Platz 3 der Liga in absoluten Primetime-Spielen, mit 114 Auftritten. Nur Cowboys (123) und Packers (115) haben öfter im nationalen Fenster gespielt (von Dave Zangaro · NBC Sports Philadelphia). Die NFL betrachtet Philadelphia als Marquee-Marke. Das ist ein Geschenk und eine Hypothek zugleich: Mehr Augen, mehr Druck, mehr Wegfall der Standard-Trainings-Woche.
Auftakt und Schluss
Week 1 daheim gegen die Commanders ist Auftakt-Routine für Nick Sirianni. Er ist 5-0 in Saison-Eröffnungen, die Eagles sind seit 2008 bei 15-3 im Opener, NFL-Bestwert (von Reuben Frank · NBC Sports Philadelphia). Washington startet 2026 mit vielen Veränderungen auf der Defensive Side, inklusive Rookie-Linebacker Sonny Styles als Pick Nummer 7 [4]. Die Eagles haben gegen die Commanders unter Sirianni durchschnittlich 29,5 Punkte pro Spiel aufgelegt. Das macht den Auftakt mathematisch zu einem der weicheren Spiele dieser Saison.
Am anderen Ende: Week 18 in East Rutherford gegen die Giants. Kein offizieller Slot, kein TV-Sender, TBA. Das ist ein klassischer Saison-Decider-Slot, in dem die Liga am Sonntag der letzten Woche nachjustiert, wer um Playoff-Seeding spielt. Aber: auswärts. Die letzten beiden Spiele der Eagles sind beide auswärts. Vor Playoffs wäre die umgekehrte Reihenfolge die bessere.
Die deutsche Stunde
Acht von siebzehn Spielen finden außerhalb des klassischen Sunday-Slots statt. Zwei Monday Night Football, zwei Sunday Night Football, zwei Thursday Night, ein Samstag, ein London-Vormittag. Für deutsche Fans ist das ein gemischtes Jahr, und es lohnt sich, die Uhren auf den Tisch zu legen.
Das London-Spiel in Week 5 startet 15:30 mitteleuropäischer Sommerzeit, ein Traumtermin für den Sonntagnachmittag. Die fünf 13-Uhr-Sunday-Slots (Week 2, 4, 6, 9, 14) sind bei uns um 19 Uhr, also gut anschaubar. Das Samstagsspiel gegen die Seahawks ist 23 Uhr deutsche Zeit, machbar, weil kein Werktag folgt. Auch die 16-Uhr-Slots (Week 1, 11, 13) liegen bei 22 Uhr und sind für Eagles-Fans noch im Rahmen.
Dann kommt die andere Seite. Fünf Spiele zwischen 01 und 03 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Week 3 in Chicago um 02:15. Week 7 gegen Dallas um 01:15 (in der kurzen Zeitumstellungs-Asymmetrie zwischen 26. Oktober und 1. November laufen die USA noch in Sommerzeit, wir bereits in Winterzeit, also fünf Stunden Differenz statt sechs). Week 8 in Landover um 02:20. Week 17 in San Francisco um 02:20. Und der Brutalo-Termin: Heiligabend, 25. Dezember um 02:15 in der Nacht, Eagles gegen Texans. Wer Bescherung am Abend hatte, geht früh ins Bett, stellt sich den Wecker und kommt mit roten Augen zu Tante Helga am ersten Weihnachtstag.
Das Thanksgiving-Spiel am Donnerstag, 26. November, beginnt um 22:30 deutsche Zeit. Nicht ganz Mitte der Nacht, aber gut zwei Stunden später als der amerikanische Familien-Sonntag-Slot. Für deutsche Fans am Werktag-Abend ist es Spät-Anstoß mit Freitag-Folge.
Macht summa summarum: fünf Nachtspiele plus ein Spät-Donnerstag in 17 Wochen. Für arbeitende Fans mit Familie ist das ein hartes Jahr.
Was die Spieler selbst sagen
Hurts, Jordan Mailata, Saquon Barkley, Jordan Davis und Jihaad Campbell haben den Schedule im offiziellen Eagles-Roundtable durchgegangen. Dreizehn Minuten Video, das längste aller 32 Schedule-Reveal-Stücke der Liga [5].
Die ehrlichste Reaktion kommt von Saquon Barkley. Als er Week 15 (Saturday gegen Seattle) und Week 16 (Thursday gegen Houston) hintereinander auf der Tafel sieht: "So we play Saturday and play Thursday. Oh, they doing us crazy." Genau das, was Eagles-Fans selbst gedacht haben, als sie den Doppelpack sahen [6].
Auch schön: Bei Week 11 (Steelers daheim) fragt Jihaad Campbell, ob Aaron Rodgers noch QB in Pittsburgh ist. Hurts antwortet mit einem trockenen "Who knows" [7].
Aber dann ist das Gespräch zu Ende. Die Spieler stehen auf. Barkley, Davis, Mailata und Campbell verlassen den Raum, Stühle bleiben halb zurückgeschoben stehen, Notizen liegen offen auf dem Tisch. Und Hurts dreht sich um, geht zurück, schiebt jeden Stuhl zurück an seinen Platz, sortiert den Tisch, schaut in die Kamera und sagt mit halbem Lächeln in Richtung der Teamkollegen: "I'm disappointed by you" [8]. Es klingt nach Witz. Es klingt aber auch nach etwas anderem.
Hurts steht auf und räumt die Stühle weg
Es gibt im Englischen das Wort "old soul". Jemand, der reifer wirkt, als sein Alter vermuten lässt. Eine Haltung, die nicht aufgesetzt ist, sondern aus einer inneren Ordnung kommt. Wer Hurts in den letzten Saisons beobachtet hat, sieht es: das Notizbuch, das er auch in der Halbzeit dabei hat, die Pressekonferenzen in vollständigen Sätzen, der gleiche Gesichtsausdruck nach einem Touchdown und einem Pick. Der Stuhl-Moment ist nur die kleine, sichtbare Variante davon.
Und es passt zu diesem Spielplan. Der Schedule 2026 sieht aus wie ein Geschenk, ist aber in Wahrheit ein Charakter-Test. Vier Bye-Gegner. Zwei Holiday-Spiele in unter fünf Wochen. Eine London-Reise ohne Erholungs-Kompensation. Fünf Nachtspiele für die deutschen Fans, die diese Mannschaft begleiten. Drei Heimspiele in Folge gegen Teams mit kombiniertem plus 354 aus dem Vorjahr. Und am Ende zwei Auswärtsspiele direkt vor den Playoffs.
Das ist keine Saison, die man im Sechs-Schritte-Plan abräumt. Das ist eine, die man Spiel für Spiel zurecht-rückt. Wie Stühle.



